Arcus

Seltsam, dass ein Werkstoff, der gegenwärtig als zukunftsweisend gepriesen wird, ausgerechnet an ein Erdzeitalter erinnert, in dem es den Menschen, der einmal die Natur bis hin zur Vernichtung ausbeuten könnte, noch gar nicht gab. Tatsächlich war der Begriff „Karbon“ bis vor 20 Jahren fast nur in der Geologensprache gebräuchlich und meinte die Zeit vor 300 – 350 Millionen Jahren, als gerade mal die ersten Bäume, wie wir sie heute kennen, mit Stamm, Jahresringen und Blättern in den Himmel wuchsen – jene ersten Bäume, deren Holz wir heute in Kohle verwandelt in den Kohleschichten dieser Erde wiederfinden. Karbon = Kohle – wie schön für unser Gewissen. Die Bäume, aus denen die Geigenbögen der Zukunft gefertigt werden, sind schon vor Millionen von Jahren gefallen. Keine Motorsäge muss mehr den mächtigsten, schönsten, höchsten und ältesten Bäumen im Urwald Brasiliens an den Stamm! Nicht mal mehr für einen guten Zweck, den Geigenbogen.

Denn die Bögen der Zukunft sind bereits Gegenwart und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Geht ihnen doch der Ruf voraus, unzerbrechlich zu sein, Form und Spannung zu halten, immer elastisch zu bleiben, die Saiten gut zu greifen, auf jede kleinste Regung der Hand zu reagieren und dabei sogar noch federleicht zu sein. Kunden, die es wissen müssen sagen sogar noch: „Klingen gut!“ Wo wir doch immer sagen, die Geige müsse klingen und der Bogen nur streichen.

Der Wunderbogen aus der Märchenwelt könnte also greifbar sein, er muss nur noch gesucht, gefunden und erworben werden. Doch wie das in der Wirklichkeit so ist, gibt es auch Tücken: Das Massenprodukt „Karbonbogen“ – es hat bereits den Markt erreicht und wird billig angeboten, auch wenn es die vielen guten Eigenschaften nicht erfüllt, die das Material ermöglichen könnte. Auch hier geht nämlich kein Weg an sorgfältig ausgeübter Handwerkskunst vorbei.

Also individuelle Fertigung! Nur so können Stangen mit einem absoluten Minimum an Harz, dafür mit einem Maximum an Kohlefasern gefertigt werden. Das Dumme dabei: Ein guter Bogen aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff kann nicht billig sein.

Wir haben uns für eine Zusammenarbeit mit der Würzburger Firma ARCUS entschieden. Wenn wir nach Karbonbogen gefragt werden, bieten wir ARCUS-Bogen an. Nur hier sehen wir die sorgfältige Handarbeit gewährleistet und sind inzwischen sicher, dass diese Firma ihre 30jährige Garantie auf die Stangenhaltbarkeit tatsächlich geben und auch einhalten kann.
 
ARCUS-Bögen, die wir immer vorrätig halten:
Violine: A4 / A5 / A6 / A7 / S5 eckig / S5 rund / S6 eckig / S6 rund / P5 eckig /P5 rund / P6 eckig / P6 rund / M3 / M4 / M5 / M6 rund
Cello: A4 / A5 / S5 eckig / S5 rund /S7 eckig / M3 / M4
Viola: A5
Bass deutscher Frosch: S3 / S4
 
Sollten Sie die Absicht haben, diese Bögen einmal auszuprobieren, bitten wir um telefonische Terminvereinbarung. Weitere Bögen können schnell zur Auswahl besorgt werden.