Das Dunkle aus Transsilvanien

Violoncello 4/4-Größe
Modell: Nach Stradivari                     

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cello_13_88Dieses Cello ist zwar der Zwillingsbruder des mit der Nummer 13/87 („Die dunkle Seite des Cellos“) aber eine Besonderheit offenbart es dann doch, wenn man sich das Deckenholz genauer ansieht: Es weist einen Wuchs in weit ausladenden Wellen auf. Kann man sich diesen ,Fehler‘ bei der Holzwahl leisten, wenn man ein gut klingendes Instrument bauen will? Der Klangvergleich mit dem Bruder beweist: Man kann! Entscheidend ist sicherlich die einfühlsame Hand des Cellobauers, die sich auf das Holz einlässt und dann die Holzstärken so verteilt, dass ebenso gut wie das gerade gewachsene Holz schwingen kann. Förderlich mag aber auch sein, dass das Holz aus den Wäldern der südlichen Karpaten nachgewiesnermaßen gute Resonanzeigenschaften besitzt. Kalkhaltiger Boden, Pannonisch geprägtes Hochlandklima im 47. Breitengrad – alles nicht weit von den Bedingungen entfernt, unter denen das Holz der berühmten altitalienischen Geigenbauer aufwuchs.
Endfertigung: Geigenbauwerkstatt Bley, Dortmund.

Korpuslänge: 75,8 cm
Korpusbreite oben: 35,4 cm
Korpusbreite unten: 44 cm
Mensur auf der Decke: 40,4 cm
Halsmensur: 28 cm
Deckenholz: Bergfichte in weit ausladenden Wellen gewachsen (s.o.) mit kräftigen Winterjahren in relativ gleichmäßigem Abstand. Das Holz ist über den Stammeskern gespalten, die Jahre stehen senkrecht zur Grundebene – wesentlich für Stabilität und Schwingungsverhalten.
Bodenholz: Relativ kräftig und gleichmäßig gewachsener Bergahorn. Zwei Teile, mit Mittelfuge.
Zargen- und Halsholz: Jeweils aus gut geflammtem Bergahorn gefertigt. Das Holz weist deutlich sichtbare Markstrahlen auf – ein Hinweis auf den Schnitt über den Kern des Stammes.
Lack: Dunkler, rötlich-braun eingefärbter Spirituslack mit Bestandteilen aus Naturharzen. Dezente Abschattierung an den üblichen Abnutzungsstellen, ansonsten keine weitergehende Altersimitation. Handpolitur.
Bestandteile: Wirbel aus Palisasnder mit Perlmuttauge; Wittner-Feinstimm-Saitenhalter; 80 cm langer Weidler-Stachel
Saiten: Larsen-Stahlkern-Saiten aus Dänemark (A weich, D Soloist, G- und C-Saite mit Wolfram umsponnen)

Inventar-Nr. 13/88

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