Das Rüstercello

Violoncello 4/4-Größe                     

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cello_13_10Der Erbauer dieses Instruments hätte es sich auch leichter machen können, denn das Holz des Ulmenbaums, genannt ,Rüster‘, gilt in Fachkreisen als schwer zu bearbeiten. Verlockend war sicherlich der ausgesprochen schöne Flammwuchs des Holzes für Zargen, Boden und Hals – in dieser Gleichmäßigkeit bei Rüster eine absolute Seltenheit. Flammwuchs = wellenartiger Wuchs. Unter Geigenbauern wird je nach Qualität in tief, eng, schwach oder stark geflammtem Holz unterschieden. Je breiter und tiefer die Flammung des Ahorns umso seltener ist es und umso höher der Preis. Schönheit kostet!
„Obschon der Zweck eines jeden Musikinstruments darin besteht, Töne zu erzeugen, ist es begreiflich, dass sogar gehörlose Menschen das Cello bewundern, als wäre es eine Skulptur“ … „In der Tat, wenn nur der Ton wichtig wäre, hätte ich mich nicht allein in die Schnecke eines Cellos so verlieben können, dass ich es kaufte, bevor ich noch seinen Ton gehört hatte.“ Schreibt Gregor Piatigorski in ,Mein Cello und ich‘ (Wunderlich- Vlg., Tübingen 1968, S. 243).

Korpuslänge: 75,9 cm
Korpusbreite oben: 36 cm
Korpusbreite unten: 44,9 cm
Mensur auf der Decke: 40,5 cm
Halsmensur: 28 cm
Deckenholz: Bergfichte aus den Karpaten. Gleichmäßig, gerade und fehlerlos gewachsen. Über den Kern gespalten.
Bodenholz: Rüster, sehr gleichmäßig und tief geflammt aus Transsylvanien.
Zargen- und Halsholz: Rüster, identisch mit dem Holz des Bodens
Lack: Gleichmäßig aufgetragener Spirituslack mit bräunlich-roter Einfärbung. Ohne Abschattierung, bzw. Altersimitation.
Bestandteile: Wirbel aus Ebenholz mit Perlmuttauge; Wittner-Feinstimm-Saitenhalter; 80 cm langer Weidler-Stachel
Saiten: Larsen-Saiten aus Dänemark (G- und C-Saite mit Wolfram umsponnen)

Inventar-Nr. 13/10

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