Geige von 1928

Geige 4/4-Größe

von Paul Erdensohn                      

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geige_1928Auf dem altersbraunen Zettel im Innern des Korpus steht in schwungvoller Handschrift: Paul Erdensohn. Und nicht ganz so schwungvoll: 1928 / Juli. In unserer umfangreichen Fachliteratur-Sammlung findet sich kein Hinweis auf einen Geigenbauer dieses Namens. Dabei hätte er es verdient, denn die Violine ist von hervorragender handwerklicher Qualität. Insbesonders der Schnitt der ff-Löcher, der Einlage und der Schnecke, sowie die Ausformung der Wölbungen. Das Instrument ist tadellos erhalten, die Altersimitationen sind vom Erzeuger eingebracht. Vielleicht war Paul Erdensohn einer der namenlosen Gesellen, die im Werkstatthintergrund eines bekannteren Geigenbauers gearbeitet haben und gelegentlich ein Instrument auf eigene Rechnung bauten.

Korpusmodell: Amati angelehnt
Korpuslänge: 36,0 cm
Korpusbreite oben: 16,9 cm
Korpusbreite unten: 20,7 cm

Deckenmensur: 19,5 cm
Halsmensur: 13,1 cm
Deckenholz: Aus gerade und fehlerlos gewachsener Bergfichte. Im mittleren Bereich sehr feinjährig, nach außen bis 2 mm Jahresabstand.
Bodenholz: Einteilig aus gleichmäßig mittelbreit geflammtem Bergahorn.
Zargen- und Halsholz: Etwas schwächer geflammter Bergahorn.
Lack: Nussbrauner Spirituslack auf goldgelben Grund. Leichte Altersimitation vom Erzeuger selbst
Bestandteile: Pirastro-Obligato-Saiten, e-Saite vergoldet. Saitenhalter aus Ebenholz mit vier eingebauten Feinstimmern aus Titan, Kinnhalter aus Ebenholz, Wirbel aus Ebenholz mit Pariser Auge.

Die Violine wurde 2013 in unserer Werkstatt klanglich und spielfertig eingerichtet.

Inventar-Nr. 13/94

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