Streichinstrumente

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Streichinstrumente
– die schwere Entscheidung zum Kauf

Eine Geige, eine Bratsche, ein Cello, gar einen Kontrabass kaufen gehen – wo ist das Problem? Eigentlich sollte es nicht größer sein, als wenn der Geigenbauer vor hat, einen Betonmischer oder einen Rasenmäher zu erwerben und wir annehmen, dass er, genauso wie mancher Kunde bei uns, von den ersehnten Dingen keine Ahnung hat. Will er zum ersten Mal im Leben mit diesen Gerätschaften umgehen, ist er da nicht auch auf sachkundige Beratung angewiesen? Natürlich muss er Vertrauen in den Verkäufer haben! Der soll ihn bloß nicht übers Ohr hauen und überteuerte Billigware anbieten! Das wäre das erste Kriterium. Und das zweite: die Sachkunde.

Wenn wir durch telefonische Vorgespräche in Erfahrung gebracht haben, was der Kunde sucht und in welcher Preislage, legen wir ihm zum vereinbarten Termin sieben Instrumente oder mehr zur Auswahl vor. Alle können angespielt werden, ob durch ihn selbst, einen Geige spielenden Bekannten, den Instrumentallehrer oder durch uns. Dann entscheidet sich schnell, welches nicht infrage kommt und welches der Favorit sein könnte. Der Klang, das Aussehen, wie es in der Hand liegt, der Geruch – alles könnte dann für Sympathie oder Ablehnung entscheidend sein. Gibt es dann noch Zweifel? Warum nicht das Instrument oder auch zwei oder drei erst mal mit nach Hause nehmen, um es dort in aller Ruhe ein paar Tage auszuprobieren und um dann eine Entscheidung zu treffen? Das gehört zum soliden Geigenhandel dazu: Vertrauen von beiden Seiten. Nicht nur, weil die Tradition es so will, sondern auch, weil es ohne gegenseitiges Vertrauen gar nicht geht.

Die Sachkunde ist natürlich der Part des Geschäfts, an dem wir uns abzuarbeiten haben. Gründliche Ausbildung und ständige Fort- und Weiterbildung gehören dazu. Es ist aber unser Beruf, den wir auch deshalb gerne ausüben, weil es hier keinen jemals erreichbaren Horizont gibt. Täglich kann etwas neu sein, denn handwerkliche Kunst und Wissen um Musik und die Instrumente kennt nun mal keine Grenzen. Da passiert es mitunter auch, dass wir nicht nur aus Büchern, von Messegesprächen und Museumsbesuchen, sondern von den Kunden lernen. Das erworbene Wissen nicht nur für uns zu behalten, sondern auch täglich in neue Praxis umsetzen, auszuprobieren und weiterzugeben ist ja gerade der Luxus, den wir uns im kleinen überschaubaren Handwerksbetrieb leisten können. Wenn der Kunde dies auch erkennt und sich im Vertrauen zu unserer Werkstatt und unserem Metier zum Kauf eines Instruments entschließt, ist das eine kleine zusätzliche Belohnung, die nichts mit dem Geld in der Kasse am Abend zu tun hat.