Streichbögen

Das Streichinstrument soll ja gestrichen werden.
Also gehört dazu ein Pinsel!

Ahnungslose sagen aber meist: Stock mit Haaren. Und Sie wundern sich, warum das Ding denn nicht gleich im Preis des Instruments enthalten ist.

Also wir sagen Bogen oder ganz penibel Streichbogen, Geigenbogen, Bratschenbogen, Cellobogen oder Bassbogen, je nachdem.
Und: Im Preis ist er nicht enthalten denn genauso sorgfältig, wie das Instrument ausgewählt wird, muss auch der Bogen ausgesucht werden.
Wir sagen: „Das Instrument ist das Arbeitsgerät der einen Hand, der Bogen das Arbeitsgerät der anderen Hand“. Links muss natürlich alles stimmen. Die Saiten, der Klang, die Spielbarkeit, die Handhabung, die Farbe, die Form, der Geruch, die handwerkliche Qualität usw. Aber mit dem Bogen in der Rechten soll die große Kunst des Streichens vollbracht werden. So unscheinbar er neben der Formenpracht des Streichinstruments auch wirken mag, so große Ansprüche werden an ihn gestellt. Er soll ja lauten Ton genauso wie den leisen erzeugen, hüpfen und springen im richtigen Rhythmus und nicht zittern, wenn zittern nicht verlangt ist. Der kleinsten Regung soll er folgsam gehorchen. Aber auch donnern, wenn es Vivaldi im Sommergewitter verlangt (Antonio Vivaldi, Die vier Jahreszeiten). Kratzen darf durchaus auch mal sein, aber nur ganz selten. Vielleicht nur in Vivaldis Winter. Und dazu, Ahnungslose werden es kaum glauben, soll der Bogen auch noch klingen!
Ein älterer Profi-Geiger sagte einmal in unserem Laden: Die gute Geige war damals schnell gefunden aber den passenden Bogen sucht man ein Leben lang.
Kein Wunder, dass sich schon vor zweihundert Jahren neben den Geigenmachern die Zunft der Bogenmacher herausgebildet hat, mit eigenen Werkzeugen, Handwerksrichtlinien, Prüfungsordnungen und natürlich auch Werkstattgeheimnissen, wie sich das alles so gehört.
Deswegen ist also der Bogen im Preis vom Streichinstrument nicht enthalten.  Allerdings gehört es zur Tradition des Geigenhandels, dass Bögen auch angeboten werden.

Nur jetzt keine Panik! Solange dem Anfänger die Probleme noch in der Bewegung des rechten Armes liegen, empfehlen wir Schülerbogen die sich bewährt haben und lange nicht so viel kosten wie Bogen für Profis. Erst wenn der rechte Arm weiß, wie er sich zu bewegen hat, geht man an die Wahl des passenden Bogens. Das kann also noch dauern.
Übrigens: Sollte der Bogen doch mal wie ein struppiger Pinsel aussehen, ist es höchste Zeit,  ihn mit neuen Haaren zu beziehen. Das machen wir natürlich, denn auch dazu sind wir da.

Wir führen Bögen folgender Hersteller: