Violine aus Böhmen

Geige 4/4-Größe 

von Jos. Buchner 1945                      

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Eine meisterliche Arbeit mit allen guten Merkmalen der böhmischen Schule. Eine Besonderheit die hohe Qualität des Deckenholzes: Eine sehr fein gewachsene ‚Haselfichteʻ, wie wie sie gelegentlich in den Alpen und im Böhmerwald vorkommt. In der Schweiz spricht man von ‚katzentrittigemʻ oder ‚vogeltrittigemʻ Holz, was den unregelmäßig verteilten Wellenwuchs auf der Oberfläche besser beschreibt. Die Ursache für diesen Wuchs ist umstritten – wahrscheinlich eine genetische Variante der Gemeinen Fichte – doch ist das Holz wegen seiner guten Resonanzeigenschaften seit Jahrhunderten von Geigenbauern sehr gesucht.

Auf dem handschriftlichen Etikett im Innern des Korpus ist zu lesen: Jos. Buchner Geigenbaumeister Graslitz. geb. 1945 Sudetengau

Ein Brandstempel mit den Initialen J B sowohl im Innern der Geige, als auch außen zwischen Endknopf und Untersattel bestätigt die Zusammengehörigkeit von Zettel und Instrument – an der aber sowieso kein Zweifel aufgekommen wäre.

Korpusmodell: nach Stradivari
Korpuslänge: 35,6 cm
Korpusbreite oben: 16,7 cm / Korpusbreite unten: 20,7 cm
Deckenmensur: 19,5 cm
Halsmensur: 13,0 cm
Deckenholz: Aus sehr feinjährig gewachsener Haselfichte (siehe Text oben)
Bodenholz: Einteilig aus tief geflammtem Bergahorn
Zargen- und Halsholz: aus breit und tief geflammtem Bergahorn

Lack: Hellbrauner Spirituslack auf goldgelben Grund. Keine Altersimitation
Bestandteile: Pirastro-Obligato-Saiten, Feinstimmsaitenhalter von Wittner, Kinnhalter aus Ebenholz, Wirbel aus Ebenholz mit Buchsbaumauge (französisches Modell)

Die Violine wurde 2013 in unserer Werkstatt klanglich und spielfertig eingerichtet.

Inventar-Nr. 13/35

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